KI sicher nutzen

Was darf ich einer KI erzählen und was lieber nicht?

4 Min. LesezeitStand 02.11.2026GEYRA-Redaktion
KURZ GESAGT

Behandeln Sie Textprogramme und Chatbots mit Künstlicher Intelligenz wie ein Gespräch mit einer fremden Person auf offener Straße. Allgemeine Fragen, Ideen für Texte oder Rezepte sind völlig unbedenklich. Echte Namen, Adressen, Passwörter, Finanzdaten oder intime Gedanken sollten Sie hingegen niemals in ein Eingabefeld eintippen, da diese Eingaben gespeichert und zum Weitertrainieren der Systeme genutzt werden können.

Wie Sprachmodelle mit Ihren Eingaben umgehen

Wenn Sie einer Künstlichen Intelligenz eine Frage stellen, wird Ihr Text an die Rechenzentren des jeweiligen Anbieters übertragen. Dort verarbeitet das System die Wörter, um eine passende Antwort zu erstellen. Bei den meisten kostenlosen Diensten behalten sich die Betreiber vor, diese Unterhaltungen zu speichern und für das Training künftiger Versionen zu verwenden.

Das bedeutet ganz praktisch: Was Sie heute in das Textfeld schreiben, kann theoretisch in veränderter Form als Wissensbaustein für andere Nutzer wieder auftauchen oder von Mitarbeitern der Betreiberfirma zur Qualitätskontrolle gelesen werden. Selbst wenn Unternehmen versprechen, Daten zu anonymisieren, lassen sich aus Kombinationen von Wohnort, Beruf und Hobbys oft Rückschlüsse auf echte Personen ziehen.

Tipp: Gehen Sie grundsätzlich davon aus, dass alles, was Sie abschicken, dauerhaft auf fremden Servern gespeichert bleibt.

Diese Informationen gehören niemals in den Chat

Es gibt eine Reihe von Daten, die absolute Tabuzone für jedes KI-Eingabefeld sein sollten. Dazu gehören in erster Linie Zugangsdaten aller Art: Passwörter, PINs, TAN-Nummern oder Sicherheitsfragen haben im Dialog mit einem Computerprogramm nichts verloren. Auch finanzielle Details wie Kontonummern, Kreditkartendaten, Gehaltsabrechnungen oder Steuerunterlagen sollten Sie für sich behalten.

Ebenso heikel sind offizielle Identifikationsmerkmale. Personalausweisnummern, die Steuernummer oder die Krankenversichertennummer gehören nicht in eine KI. Auch intime Details über Ihre Gesundheit, laufende Arztbehandlungen, Diagnosen oder familiäre Streitigkeiten sollten Sie nicht einspeisen. Denken Sie zudem an Ihren Arbeitgeber: Interne Firmenunterlagen, Verträge, Kundenlisten oder unveröffentlichte Berichte unterliegen der Schweigepflicht und dürfen nicht in öffentliche Werkzeuge hochgeladen werden.

Was Sie völlig bedenkenlos fragen und teilen können

Trotz aller Vorsicht können Sie KI-Assistenten im Alltag vielseitig und ohne schlechtes Gewissen nutzen. Allgemeine Wissensfragen sind das beste Beispiel: Ob Sie nach historischen Daten, der Funktionsweise einer Wärmepumpe oder mathematischen Erklärungen für die Hausaufgaben suchen – hierbei geben Sie keinerlei private Geheimnisse preis.

Auch für kreative Aufgaben eignen sich die Programme hervorragend. Sie können nach Rezeptideen mit Zutaten aus Ihrem Kühlschrank fragen, sich Vorlagen für neutrale Einladungsschreiben erstellen lassen oder Brainstorming für Geschenkideen betreiben. Solange Sie Situationen abstrakt beschreiben und keine echten Namen oder realen Erkennungsmerkmale verwenden, besteht kein Risiko für Ihre Privatsphäre.

Tipp: Formulieren Sie persönliche Anliegen einfach als fiktive Fallbeispiele ohne Bezug zu Ihrem echten Leben.

Eingaben absichern: So anonymisieren Sie Ihre Texte

Möchten Sie einen Brief korrigieren lassen oder Hilfe bei einer komplizierten Formulierung für ein Behördenschreiben erhalten, müssen Sie den Text vorher bereinigen. Mit wenigen Handgriffen entfernen Sie alle gefährlichen Details, ohne dass der Sinn des Textes für das Sprachmodell verloren geht.

  1. Namen austauschen: Ersetzen Sie alle echten Vor- und Nachnamen durch neutrale Platzhalter wie 'Person A' oder frei erfundene Namen.
  2. Orte und Arbeitgeber verallgemeinern: Tauschen Sie Ihren genauen Wohnort oder die Firma gegen allgemeine Begriffe wie 'eine deutsche Großstadt' oder 'ein mittelständischer Betrieb' aus.
  3. Nummern und Kennzeichen unkenntlich machen: Löschen Sie Datumsangaben wie das genaue Geburtsdatum, Kundennummern, Aktenzeichen oder Kennzeichen vollständig aus dem Text.
  4. Datenschutz-Einstellungen im Dienst aktivieren: Suchen Sie in den Einstellungen Ihres Benutzerkontos nach Optionen zum Chat-Verlauf und schalten Sie das automatische Verwenden Ihrer Daten für Trainingszwecke aus.
Tipp: Lesen Sie den bearbeiteten Text vor dem Absenden noch einmal laut durch, um übersehene Details zu bemerken.

Vorsicht bei Fotos, Sprachnachrichten und Dokumenten

Moderne KI-Dienste verarbeiten längst nicht mehr nur geschriebenen Text. Sie können Bilder analysieren, PDFs zusammenfassen oder gesprochene Audionachrichten beantworten. Bei diesen Formaten ist besondere Aufmerksamkeit geboten, da sie oft unbemerkt sensible Spuren enthalten.

In Fotos sind häufig GPS-Standortdaten, Hausnummern, Gesichter von Familienmitgliedern oder im Hintergrund liegende Briefe mit Postadressen sichtbar. Auch hochgeladene PDF-Dokumente wie Mietverträge oder Zeugnisse enthalten tief im Dokument gespeicherte Metadaten über den Ersteller. Nutzen Sie solche Upload-Funktionen daher nur mit neutralen Grafiken oder vollständig bereinigten Dokumenten.

Häufige Fragen

Kann eine KI meine Geheimnisse einfach an andere Nutzer weitererzählen?

Es passiert selten wortwörtlich, ist aber technisch nicht völlig ausgeschlossen. Wenn ein System mit Nutzerdaten weitertrainiert wird, fließen Formulierungen und Fakten in die Berechnungen ein und können bei passenden Fragestellungen anderer Personen wieder zum Vorschein kommen.

Was kann ich tun, wenn ich versehentlich ein Passwort oder sensible Daten eingegeben habe?

Löschen Sie den entsprechenden Chatverlauf umgehend in den Einstellungen des Programms. Ändern Sie das betroffene Passwort bei dem jeweiligen Dienst sofort und prüfen Sie bei vertraulichen Kontodaten Ihre Abrechnungen.

Dürfen Kinder und Jugendliche KI-Chatbots für die Schule verwenden?

Ja, als Lernhilfe oder Ideengeber sind sie sehr nützlich. Sprechen Sie jedoch vorher mit Ihren Kindern darüber, dass niemals der eigene Name, der Name der Schule, Fotos von Mitschülern oder private Familienangelegenheiten in die Eingabemaske gehören.

Reicht es aus, den Chatverlauf regelmäßig zu löschen?

Das Löschen der Chats auf Ihrem Bildschirm entfernt meist nur die sichtbare Historie für Sie. Viele Anbieter behalten die Daten intern für eine bestimmte Übergangsfrist, um Missbrauch zu prüfen, weshalb die Daten gar nicht erst eingegeben werden sollten.

Dieser Ratgeber gibt allgemeine Hinweise ohne Gewähr. Er wurde von der GEYRA-Redaktion mit Unterstützung einer KI erstellt.

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